{"id":331,"date":"2013-10-31T17:32:13","date_gmt":"2013-10-31T16:32:13","guid":{"rendered":"http:\/\/florianko.de\/blog\/?p=331"},"modified":"2013-10-31T17:32:13","modified_gmt":"2013-10-31T16:32:13","slug":"winter-is-coming-playlist-herbst-2013","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/florianko.de\/blog\/2013\/10\/31\/winter-is-coming-playlist-herbst-2013\/","title":{"rendered":"&#8222;Winter is coming&#8220; &#8211; Playlist Herbst 2013"},"content":{"rendered":"<p>[no_toc]Ich habe lange \u00fcberlegt, wie ich den Teaser zu diesem Artikel ohne abgegriffene Klischees und Metaphern verfassen k\u00f6nnte. Da mir aber auch nach einigem hin und her nichts sinnigeres einfiel, als vor dem inneren Auge meiner geneigten Leser Bilder von bunt herabfallendem Laub, l\u00e4nger werdenden Schatten und steigenden Drachen zu evozieren, begn\u00fcge ich mich damit, diesen Meta-Teaser zu verfassen und pr\u00e4sentiere im Folgenden meine Playlist f\u00fcr die melancholischste Zeit des Jahres. <\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h3>1. John Allen &#8212; Home<\/h3>\n<p>Auch auf die Gefahr hin, dass mir meine derzeitige Euphorie ein wenig den Blick vernebelt, bezeichne ich jetzt mal <a href=\"http:\/\/johnallen.de\/\" title=\"Homepage\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">John Allen<\/a> als meine pers\u00f6nlich beste Neuentdeckung des Jahres. Seine zunehmende Bekanntheit hat der Musiker vor allem der Tatsache zu verdanken, dass er als Support f\u00fcr Frank Turner ausgew\u00e4hlt wurde. Dass er diese Bekanntheit auch verdient hat, stellt er mit seinen F\u00e4higkeiten als Singer\/Songwriter unter Beweis. Die raue, rauchige, fast kratzige Stimme und die folkigen Geschichten voller Lyrik, manche voller Melancholie, lassen einen nicht einfach nur eintauchen, sie ziehen einen unter die Oberfl\u00e4che.<br \/>\n[lyte id=&#8220;0HZkq5WB6Ec&#8220; audio=&#8220;true&#8220; \/]<\/p>\n<h3>2. The Yardbirds &#8212; Still I&#8217;m sad<\/h3>\n<p>Aus der Gegenwart geht es nun back to the sixties. Von <em>Still I&#8217;m sad<\/em> kannte ich lange Zeit nur <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=SGURpkcpSzo\" title=\"Still I'm sad von Rainbow auf YouTube\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die Version von <em>Rainbow<\/em><\/a> &#8212; und ich habe sie geliebt. Aber als ich zum ersten Mal das Original der <em>Yardbirds<\/em> geh\u00f6rt habe, hatte ich eine G\u00e4nsehaut. Dieser Sound ist so viel authentischer als die &#8212; gerade bei Live-Auftritten &#8212; arabesk ausgeschm\u00fcckten Rockkl\u00e4nge von <em>Rainbow<\/em>, die fast schon steril klingen. Konnte man sich schon bei Ronnie James Dios Gesangsdarbietung kaum einer G\u00e4nsehaut erwehren, stellen sich einem bei diesem Intro die Nackenhaare noch weiter auf. \u00dcberhaupt sind die <em>Yardbirds<\/em> eine Wiederentdeckung wert, beherbergten sie doch zeitweise Musikgr\u00f6\u00dfen wie Eric Clapton oder Jeff Beck, bevor sie die Keimzelle f\u00fcr <em>Led Zeppelin<\/em> wurden.<br \/>\n[lyte id=&#8220;ONVXNH7D4Qw&#8220; audio=&#8220;true&#8220; \/]<\/p>\n<h3>3. Warren Zevon &#8211; Keep me in your Heart<\/h3>\n<p>Warren Zevon halte ich pers\u00f6nlich ja f\u00fcr ein weitgehend verkanntes Genie. Bekannt wurde er vor allem f\u00fcr <em>Werewolves of London<\/em>, blieb aber ansonsten eigentlich viel zu unbekannt. <em>Keep me in your Heart<\/em> ist der letzte Song auf seinem 2003 erschienen Album <em>The Wind<\/em> und gewisserma\u00dfen sein musikalisches Schlusswort, denn das Album wurde nach seiner Lungenkrebsdiagnose aufgenommen, der er noch im gleichen Jahr erlag. Diese finale Auseinandersetzung mit dem Tod ist sein Verm\u00e4chtnis.<br \/>\n[lyte id=&#8220;oTIfLTbKhhM&#8220; audio=&#8220;true&#8220; \/]<\/p>\n<h3>4. The Lords &#8212; Death Bells at Dawn<\/h3>\n<p>Nochmal zur\u00fcck in die 60er: <em>The Lords<\/em> aus New Jersey &#8212; nicht zu verwechseln mit der deutschen Beat-Band &#8212; sind gewisserma\u00dfen so unbekannt, dass ich gerade selber nicht wei\u00df, wo und wie ich sie mal ausgegraben habe. Jedenfalls konnte ich bei einer nachtr\u00e4glichen Recherche kaum Informationen finden. Der Song scheint auf ein paar Compilations erschienen zu sein und wurde au\u00dferdem zusammen mit dem Song <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=p4zY98IyFYA\" title=\"Light Rain auf YouTube\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Light Rain<\/em><\/a> auf einer 7-Zoll-Schallplatte bei Aldrich Records 1966 herausgebracht. Eine echte Entdeckung also, denn <em>Death Bells at Dawn<\/em> ist ein wunderbar d\u00fcsterer Song, etwas psychedelisch und mit phantastischen Orgelkl\u00e4ngen. Und irgendwie k\u00f6nnte ich mir den Song ganz hervorragend als Musik in einem Western vorstellen.<br \/>\nhttpa:\/\/www.youtube.com\/watch?v=aoMtz15Xx1E<\/p>\n<h3>5. The Merrybeats &#8211; Magic Carpet<\/h3>\n<p>Wo wir schon bei Songs sind, die ich mir gut in Western vorstellen k\u00f6nnte: Die <em>Merrybeats<\/em> haben ein grandioses Instrumentalst\u00fcck aufgenommen, das irgendwie auch ganz gut in diese Playlist passt &#8212; auch wenn es nicht ganz so d\u00fcster-melancholisch angehaucht ist.<br \/>\nhttpa:\/\/www.youtube.com\/watch?v=uwdyH1-EO74?start=19<\/p>\n<h3>6. Bad Religion &#8212; Suffer (Acoustic)<\/h3>\n<p>Was mich an <em>Bad Religion<\/em> seit Jahren fasziniert ist, dass sie keinen stupid-brachialen Punk machen, sondern einen durchweg tiefgr\u00fcndigen und melancholischen Stil entwickelt haben, der den Zuh\u00f6rer aber dennoch mit einer solchen Wucht trifft, dass er mitgerissen wird. Wer nicht wei\u00df, wovon ich spreche, sollte sich einmal ansehen, wie die inzwischen doch etwas betagten Herren einem Publikum noch immer mehr einheizen k\u00f6nnen, als so manche junge Band es sich heutzutage ertr\u00e4umen l\u00e4sst. Der Art ihres Songwriting ist es aber auch zu verdanken, dass Akustik-Versionen ihrer Tracks eine ganz eigene Qualit\u00e4t aufweisen und auf eine andere aber keineswegs weniger intensive Weise unter die Haut gehen. So auch der &#8222;Klassiker&#8220; <em>Suffer<\/em> aus dem Jahr 1988.<br \/>\nhttpa:\/\/www.youtube.com\/watch?v=vnPwUshysEs<\/p>\n<h3>7. Demons &amp; Wizards &#8212; Fiddler on the Green<\/h3>\n<p>Das Problem mit Nebenprojekten ist ja, dass es eben Nebenprojekte sind. Nicht, dass ich Jon Schaffer oder Hansi K\u00fcrsch nahelegen wollte, bei <em>Iced Earth<\/em> bzw. <em>Blind Guardian<\/em> auszusteigen. Aber nach \u00fcber acht Jahren w\u00fcrde ich es doch sehr begr\u00fc\u00dfen, wenn es endlich wieder etwas neues von <em>Demons &amp; Wizards<\/em> zu h\u00f6ren g\u00e4be&#8230; Von ihrer ersten Platte aus dem Jahr 2000 stammt diese Metal-Ballade. Unz\u00e4hlige Male habe ich <em>Fiddler on the Green<\/em> \u00fcber die Jahre geh\u00f6rt und noch immer erschauere ich bei dem Totentanz, der einem <a href=\"http:\/\/www.chroniclesofchaos.com\/articles\/chats\/1-294_demons_amp_wizards.aspx\" title=\"Artikel bei Chronicles of Cahos\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Interview<\/a> zufolge gewisserma\u00dfen auf einer wahren Begebenheit beruht: Der Tod hat einen Jungen zu fr\u00fch mit sich genommen und sucht nun eine Weggef\u00e4hrtin f\u00fcr ihn, mit der er die Ewigkeit teilen kann.<br \/>\nhttpa:\/\/www.youtube.com\/watch?v=HGMx0YkeTFQ<\/p>\n<h3>8. Johnny Cash &#8212; I see a Darkness<\/h3>\n<p>Ja, Cash &#8212; nat\u00fcrlich &#8212; und nein, ausnahmsweise mal nicht <em>Hurt<\/em>. Dieser Song hier passt noch so viel besser in die d\u00fcsterer werdende Jahreszeit als der (gecoverte) Evergreen \u00fcber selbstverletzendes Verhalten, wenn die schwarzen Wolken drau\u00dfen in die eigene Seele weiterziehen und Dunkelheit mit sich bringen, die sich tief im Inneren einnistet&#8230; Es gibt keinen besseren Song, um sich ihr hinzugeben!<br \/>\nhttpa:\/\/www.youtube.com\/watch?v=JWnUItw1ElU<\/p>\n<h3>9. Anna Ternheim &#8212; Halfway to Fivepoints<\/h3>\n<p>&#8222;Be careful with love&#8220;. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. Au\u00dfer vielleicht noch: Diese Stimme! Herrlich&#8230;<br \/>\nhttpa:\/\/www.youtube.com\/watch?v=fA-hr710Bck<\/p>\n<h3>10. Acid Bath &#8212; Scream of the Butterfly<\/h3>\n<p>Es wird nochmal psychedelisch d\u00fcster mit diesem Sch\u00e4tzchen. Zwar gibt es davon auch eine <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=1rMOmaUUbPk\" title=\"Albumversion\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Albumversion<\/a>, die sich auf dem 1994er Album <em>When the Kite String pops<\/em> findet, doch halte ich diese Fassung, die scheinbar von der zwei Jahre \u00e4lteren Live-Demo-Scheibe <em>Screams of the Butterfly<\/em> stammt, f\u00fcr die Version mit dem deutlich h\u00f6heren G\u00e4nsehaut-Potential. Der Sound klingt hier wunderbar dreckig, ist massiv, greifbar und ein bisschen kratzig. So richtet einem der Schrei des Schmetterlings definitiv die Nackenhaare auf!<br \/>\nhttpa:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ZOk9-41DOjE<\/p>\n<h3>11. Black Sabbath &#8212; Solitude<\/h3>\n<p>Die unangefochtenen K\u00f6nige des Doom Metal, die sich ja unl\u00e4ngst wieder in ihrer urspr\u00fcnglichen Besetzung zusammengefunden haben, ver\u00f6ffentlichten auf ihrem dritten Studioalbum <em>Master of Reality<\/em> diese unsagbar schwerm\u00fctige Ballade. Sollte es jemand geschafft haben, nach den vorangegangenen Songs noch bei einigerma\u00dfen froher Laune zu sein, schafft es sp\u00e4testens <em>Solitude<\/em> einen unentrinnbaren Sog nach unten aufzuwirbeln und selbst die frohesten Gem\u00fcter niederzuschmettern. Ich liebe es!<br \/>\nhttpa:\/\/www.youtube.com\/watch?v=yzppAJh7KUA<\/p>\n<h3>12. The Soundtrack of our Lives &#8212; Second Life Replay<\/h3>\n<p>\u00dcber diesen Song bin ich im <em>Californication<\/em>-Soundtrack gestolpert, wo er den mehr oder minder ernstgemeinten Selbstmordversuch von Hank Moody &#8212; er selbst spielt ihn im Nachhinein als Unfall herunter &#8212; untermalt. Die Band kannte ich zuvor nicht und \u00fcber die Musik kann ich in diesem Fall auch wenig bis gar nichts sagen. Es ist eines der Lieder, die man in irgendeinem anderen Kontext wahrnimmt und das sich dann aus diesem herausschleicht, um sich im eigenen Unterbewusstsein zu manifestieren, um dann und wann hervorzubrechen.<br \/>\nhttpa:\/\/www.youtube.com\/watch?v=dviXRAedmmA<\/p>\n<h3>13. Apocalyptica feat. Nina Hagen &#8212; Seemann<\/h3>\n<p>Wer schon das Original von <em>Rammstein<\/em> beeindruckend fand, wird sich meiner Meinung nach in den Kl\u00e4ngen von <em>Apocalyptica<\/em> und dem Gesang von Nina Hagen noch mehr verlieren. Gerade letzterer sorgt mit seinem manchmal befremdlichen aber dennoch melodischen Timbre daf\u00fcr, dass der &#8222;Seemann&#8220; unter die Haut geht.<br \/>\nhttpa:\/\/www.youtube.com\/watch?v=1dLmSVcyxtw<\/p>\n<h3>14. Elane &#8212; Lurlinnight<\/h3>\n<p>Ich hab ja schon eine Weile \u00fcberlegt, ob ich den Song hier aufnehmen soll. Schlecht ist er sicher nicht, ganz im Gegenteil. Aber im Gegensatz zu den meisten anderen Liedern in dieser Playlist, erscheint er mir einfach zu sauber und zu glatt zu sein. Keine Ecken oder Kanten. Vielmehr str\u00f6mt die Melodie vom Anfang bis zum Ende durch. Trotzdem habe ich mich daf\u00fcr entschieden: Dieses Lied ist ein wunderbares St\u00fcck mystischen Folks und schmiegt sich einm\u00fctig an das Gef\u00fchl von Herbst an.<br \/>\nhttpa:\/\/www.youtube.com\/watch?v=kyMQ5JPV6HE<\/p>\n<h3>15. John Allen &#8212; Broken Hearts<\/h3>\n<p>Da er schon den Anfang gemacht hat, kann John Allen auch ruhig den Kreis schlie\u00dfen. <em>Broken Hearts<\/em> ist ein eindringlicher Song \u00fcber das Ende einer Liebe, dessen Bilder einen mitrei\u00dfen und die leichten Stiche sp\u00fcren lassen, die gebrochene Herzen ausmachen.<br \/>\nhttpa:\/\/www.youtube.com\/watch?v=T-l-nEJDv3U<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[no_toc]Ich habe lange \u00fcberlegt, wie ich den Teaser zu diesem Artikel ohne abgegriffene Klischees und Metaphern verfassen k\u00f6nnte. 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