{"id":560,"date":"2015-05-14T22:53:18","date_gmt":"2015-05-14T20:53:18","guid":{"rendered":"http:\/\/florianko.de\/blog\/?p=560"},"modified":"2015-05-14T22:53:18","modified_gmt":"2015-05-14T20:53:18","slug":"industar-26m-reparieren","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/florianko.de\/blog\/2015\/05\/14\/industar-26m-reparieren\/","title":{"rendered":"Industar-26M reparieren"},"content":{"rendered":"<p>Bei der \u0424\u042d\u0414-2 (FED), die ich vor kurzem erstanden habe, gab es leider eine kleine technische Schwierigkeit. Bei der Kamera handelt es sich um einen russischen Leica-Nachbau, eingef\u00fchrt im Jahr 1955 und produziert bis 1970. ((Anhand <a href=\"http:\/\/www.sovietcams.com\/index.php?1073574902\" title=\"Die FED-2 auf sovietcams.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dieser Daten<\/a> konnte ich meine als eine 2c identifizieren und das Baujahr auf 1958\/59 eingrenzen.)) Zwar war der Body in einem ausnehmend guten Zustand &#8211; lediglich der Lack war an wenigen Stellen etwas mitgenommen (was ich jedoch ganz pragmatisch mit etwas Modellbaulack repariert habe) &#8211; jedoch lie\u00df sich der Fokusring am zugeh\u00f6rigen \u0418\u041d\u0414\u0423\u0421\u0422\u0410\u0420-26M (Industar) 1:2,8 F=5cm kaum bis gar nicht bewegen. Das sch\u00f6ne an diesen alten Dingern ist aber ja, dass man sie recht problemlos selbst wieder gangbar machen kann. Wenn etwas schief ginge, w\u00e4re immerhin nicht viel verloren. Also frisch ans Werk!<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h3>Disclaimer<\/h3>\n<p>Vorweg: Ich \u00fcbernehme wie immer keine Haftung, falls bei eigenen Reparaturversuchen irgendetwas schief gehen sollte. Bei mir hat alles wie beschrieben funktioniert. Einer Anleitung zu folgen, bedeutet aber nicht sein Hirn auszuschalten. Also weist mich auch gerne darauf hin, wenn ich irgendwo Murks geschrieben habe&#8230;<\/p>\n<h3>Vorbereitung<\/h3>\n<p>Was man zur Reparatur braucht:<\/p>\n<ul>\n<li>Uhrmacherwerkzeug o.\u00e4. &#8211; auf jeden Fall recht kleine Schraubenzieher<\/li>\n<li>Wattest\u00e4bchen<\/li>\n<li>Reinigunsgsbenzin ((Vermutlich kann man auch andere Reinigungsmittel verwenden. Ich bevorzuge allerdings das gute alte Reinigungsbenzin, das am Ende r\u00fcckstandsfrei verdunstet und die \u00dcberreste der alten Schmiere wirklich gut l\u00f6st und entfernt.))<\/li>\n<li>Mehrzweck-Fett (&#8222;Multi Grease&#8220;) ((Bei <a href=\"http:\/\/www.conrad.de\/ce\/de\/product\/828658\/CRC-30566-AA-MULTIPURPOSE-GREASE-Mehrzweckfett-100-ml\" title=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">meinem<\/a> handelt sich dabei laut Beschriftung um ein &#8222;Universelles EP-Lithiumseifen-Fett f\u00fcr W\u00e4lz- und Gleitlager&#8220;.))<\/li>\n<li>Einen Objektiv-Spannschl\u00fcssel &#8211; NUR, wenn man an die Linsen heran will ((In meinem Fall reichte aber der Teil f\u00fcr die Fokussierung aus. Der Blendenring bewegte sich zwar auch etwas schwerg\u00e4ngig, allerdings finde ich das gar nicht verkehrt &#8212; immerhin kann man so die Blende nicht versehentlich verstellen.)) <\/li>\n<li>Fingerspitzengef\u00fchl&#8230;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Au\u00dferdem empfiehlt es sich ein kleines Sch\u00e4lchen zur Aufbewahrung der Schrauben bereitzustellen und die Reparaturarbeiten in einer flachen Schale mit Rand auszuf\u00fchren, um das Abhandenkommen derselben zu vermeiden. Will man nicht l\u00e4nger herumsuchen und -probieren m\u00fcssen, empfiehlt sich au\u00dferdem ein Bleistift oder etwas \u00e4hnliches, um die Positionen der einzelnen Teile zueinander zu markieren. Wie sich gezeigt hat, funktioniert es aber auch ohne&#8230; \ud83d\ude09<\/p>\n<h3>Demontage und S\u00e4uberung<\/h3>\n<p><strong>Schritt 1<\/strong><br \/>\nAls erstes l\u00f6sen wir die drei Schrauben an der Unterseite des Objektivs und entfernen den damit fixierten Ring (1), sowie die drei Gewindestifte, welche die Manschette (2) um den Fokusring (4) fixieren (hier empfiehlt es sich die Position des selben zum Objektiv zu markieren, um sich sp\u00e4ter l\u00e4stiges Suchen zu ersparen). Letzterer kann nach oben hin abgezogen werden.<br \/>\n<div id=\"attachment_607\" style=\"width: 964px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-607\" src=\"http:\/\/florianko.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Industar_Abb1.jpg\" alt=\"Abb.1\" width=\"954\" height=\"612\" class=\"size-full wp-image-607\" \/><p id=\"caption-attachment-607\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 1: Die demontierten Bauteile im \u00dcberblick.<\/p><\/div><br \/>\n<strong>Schritt 2<\/strong><br \/>\nNachdem der untere Ring in Schritt 1 entfernt wurde, kann nun das Bauteil mit dem M39-Bajonettgewinde (3) nach oben hin abgezogen. Je nachdem wie stark das alte Schmiermittel verharzt ist, muss man dabei etwas r\u00fctteln oder mit einem Schraubenzieher bzw. einer Messerklinge etwas nachhelfen. Drehen wird hingegen nicht von Erfolg gekr\u00f6nt sein, denn das Bauteil ist durch eine darunterliegende Schraube in seiner Position fixiert.<br \/>\n<strong>Schritt 3<\/strong><div id=\"attachment_614\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignright\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-614\" src=\"http:\/\/florianko.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Industar_Abb2.jpg\" alt=\"Abb.2:\" width=\"200\" class=\"size-full wp-image-614\" \/><p id=\"caption-attachment-614\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 2: Die Positionen der beiden Sperrschrauben<\/p><\/div><br \/>\nEben jene Schraube, die dem Fokusgewinde als Limitierung dient, wird nun entfernt, sodass sich das Teil mit dem kleinen Fokussierungshebel ganz herausdrehen l\u00e4sst. Hierbei sollte man jedoch zun\u00e4chst wieder die Position beider Elemente zueinander markieren: Es gibt mehrere Stellen an denen die beiden Gewinde ineinander greifen k\u00f6nnen, aber nur eine einzige, an der die Fokussierung korrekt funktionieren kann.<br \/>\n<strong>Schritt 4<\/strong><br \/>\nPutzen, putzen, putzen. In meinem Fall brauchte es einen gef\u00fchlten halben Liter Reinigungsbenzin und dutzende Wattest\u00e4bchen, um den ganzen Knaster von den Bauteilen abzubekommen. Hilft aber alles nichts, der Dreck muss weg.<\/p>\n<h3>Schmieren<\/h3>\n<p>Ist alles gereinigt, kann man sich daran machen die einzelnen Teile neu zu schmieren. Recht gut funktioniert das, wenn man das Schmierfett direkt aus der Tube oder mit einem Spatel auftr\u00e4gt und dann mit weiteren Wattest\u00e4bchen verteilt. Welche Teile geschmiert werden m\u00fcssen, kann man sich entweder aus der gerade entfernten Verschmutzung ableiten, oder man ruft sich die Mechanik des Objektivs vor Augen und fragt sich, welche Elemente aneinander reiben. Solange man nichts auf die Linsen bringt, kann man eigentlich nichts falsch machen. Am Fokusgewinde kann man \u00fcbrigens noch so sehr versuchen, das Schmiermittel gleichm\u00e4\u00dfig zu verteilen &#8212; erst wenn man beide Teile einige Male ineinander bewegt, werden sie richtig geschmiert. \u00dcbersch\u00fcsse k\u00f6nnen dann mit einem Wattest\u00e4bchen entfernt werden. Solange nichts \u00fcberquillt gilt der alte Grundsatz der Comicfigur Werner: &#8222;Denk immer daran: mim \u00d6l nich sparsam sein!&#8220;<\/p>\n<h3>Wieder zusammenbauen<\/h3>\n<p><strong>Schritt 1<\/strong><br \/>\nSo, jetzt eigentlich alles aus dem ersten Teil nur in umgekehrter Reihenfolge: Fokusgewinde wieder (richtig!) zusammenschrauben. Dabei muss vor allem darauf geachtet werden, dass beide Teile so aufeinander passen, dass der hintere Teil nicht zu fr\u00fch an die vordere Sperrschraube am Objektivschaft anst\u00f6\u00dft. Ist einem hier ein Fehler unterlaufen, bemerkt man das sp\u00e4testens wenn man alles wieder zusammengebaut hat und nicht mehr auf die k\u00fcrzeren Distanzen fokussieren kann. In diesem Fall muss man halt alles wieder demontieren und es erneut versuchen.<br \/>\n<strong>Schritt 2<\/strong><br \/>\nBevor nun als n\u00e4chstes das Teil mit dem M39-Gewinde wieder in Position gebracht wird, darf man nicht vergessen die hintere Sperrschraube wieder einzudrehen. Die Position des Gewindest\u00fccks ist dann selbsterkl\u00e4rend: Die Schraube passt in die entsprechende Aussparung.<br \/>\n<strong>Schritt 3<\/strong><div id=\"attachment_615\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignright\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-615\" src=\"http:\/\/florianko.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Industar_Abb3-300x283.jpg\" alt=\"Abb. 3:  Die hintere Sperrschraube und die Auslassung im Gewinde-Bauteil\" width=\"200\" class=\"size-medium wp-image-615\" \/><p id=\"caption-attachment-615\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 3: Die hintere Sperrschraube und die Auslassung im Gewinde-Bauteil<\/p><\/div>Das wird dann noch fixiert, indem der Ring wieder mit den drei Schrauben befestigt wird. Zuletzt wird noch der Fokusring wieder auf das Objektiv geschoben und in der &#8212; hoffentlich &#8212; richtigen Position mit den Gewindestiften angebracht. Diese fungieren \u00fcbrigens als Spannschrauben: Es gibt keine richtigen L\u00f6cher unter dem Ring, in die die Schrauben greifen k\u00f6nnten. Vielmehr wird der Ring durch sie in Position &#8222;gepresst&#8220;. Sofern das bei meinem Objektiv keine Ausnahme war, kann man jedoch leichte Vertiefungen erkennen, die die Position verraten.<\/p>\n<h3>Schlussbemerkung<\/h3>\n<p>Mein Objektiv funktioniert inzwischen wieder einwandfrei, der Fokus geht butterweich von der Hand, alles wie es sein sollte. Treten nach der Reparatur Probleme mit der Fokussierung auf, die nichts mit einer fehlerhaften Justierung der Kamera ((Wie man die Fokussierung an der Kamera einstellt, beschreibt etwa <a href=\"http:\/\/www.pentax-manuals.com\/repairs\/fed2service.pdf\" title=\"Fed2Service-Manual auf www.pentax-manuals.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Laika in diesem PDF<\/a>.)) zu tun haben k\u00f6nnen, m\u00fcsste man ggf. das Objektiv nochmals kontrollieren. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der \u0424\u042d\u0414-2 (FED), die ich vor kurzem erstanden habe, gab es leider eine kleine technische Schwierigkeit. Bei der Kamera handelt es sich um einen russischen Leica-Nachbau, eingef\u00fchrt im Jahr 1955 und produziert bis 1970. ((Anhand dieser Daten konnte ich meine als eine 2c identifizieren und das Baujahr auf 1958\/59 eingrenzen.)) Zwar war der Body [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,10],"tags":[48,49,75,124,127],"class_list":["post-560","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-fotografie","category-technik-it","tag-fed","tag-fedka","tag-industar","tag-reparaturanleitung","tag-russenleica","post-preview"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/florianko.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/560","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/florianko.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/florianko.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/florianko.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/florianko.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=560"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/florianko.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/560\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/florianko.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=560"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/florianko.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=560"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/florianko.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=560"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}