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Herbstlyrik II

Der Dich­ter

Die ihr beim fro­hen Mah­le lacht,
Euch eure Blu­men zieht in Scher­ben
Und, was an Gold euch zuge­dacht,
Euch wohl­be­hag­lich laßt ver­er­ben,
Ihr starrt dem Dich­ter ins Gesicht,
Ver­wun­dert, daß er Rosen bricht
Von Dis­teln, aus dem Quell der Augen
Korall‹ und Per­le weiß zu sau­gen;

Daß er den Blitz her­nie­der­langt,
Um sei­ne Fackel zu ent­zün­den,
Im Wet­tertoben, wenn euch bangt,
Den rech­ten Odem weiß zu fin­den:
Ihr starrt ihn an mit hal­bem Neid,
Den Geis­tes­krö­sus sei­ner Zeit,
Und wißt es nicht, mit wel­chen Qua­len
Er sei­ne Schät­ze muß bezah­len.

Wißt nicht, daß ihn, Ver­damm­ten gleich,
Nur rin­nend Feu­er kann ernäh­ren,
Nur der durch­stürm­ten Wol­ke Reich
Den Lebens­odem kann gewäh­ren;
Daß, wo das Haupt ihr sin­nend hängt,
Sich blu­tig ihm die Trä­ne drängt,
Nur in des schärfs­ten Dor­nes Spal­ten
Sich sei­ne Blu­me kann ent­fal­ten.

Meint ihr, das Wet­ter zün­de nicht?
Meint ihr, der Sturm erschütt­re nicht?
Meint ihr, die Trä­ne bren­ne nicht?
Meint ihr, die Dor­nen ste­chen nicht?
Ja, eine Lamp‹ hat er ent­facht,
Die nur das Mark ihm sie­den macht;
Ja, Per­len fischt er und Juwe­le,
Die kos­ten nichts — als sei­ne See­le.

— Annet­te von Dros­te-Hüls­hoff (1797−−1848)

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Herbstlyrik I

Poe­sie

Poe­sie ist tie­fes Schmer­zen,
Und es kommt das ech­te Lied
Ein­zig aus dem Men­schen­her­zen,
Das ein tie­fes Leid durch­glüht.

Doch die höchs­ten Poe­si­en
Schwei­gen wie der höchs­te Schmerz,
Nur wie Geis­ter­schat­ten zie­hen
Stumm sie durchs gebroch­ne Herz.

— Jus­ti­nus Ker­ner (1786−−1862)

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»Winter is coming« — Playlist Herbst 2013

Ich habe lan­ge über­legt, wie ich den Teaser zu die­sem Arti­kel ohne abge­grif­fe­ne Kli­schees und Meta­phern ver­fas­sen könn­te. Da mir aber auch nach eini­gem hin und her nichts sin­ni­ge­res ein­fiel, als vor dem inne­ren Auge mei­ner geneig­ten Leser Bil­der von bunt her­ab­fal­len­dem Laub, län­ger wer­den­den Schat­ten und stei­gen­den Dra­chen zu evo­zie­ren, begnü­ge ich mich damit, die­sen Meta-Teaser zu ver­fas­sen und prä­sen­tie­re im Fol­gen­den mei­ne Play­list für die melan­cho­lischs­te Zeit des Jah­res.

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